Anke ist eine treue Zuschauerin der Ernährungs-Docs und hat sich mit einer Zuschrift an uns und Dr. Riedl gewandt. Sie hat durch schlimme Erfahrungen lange kein gutes Verhältnis zu ihrem Körper aufbauen können und hat ihr Einverständnis gegeben, ihre Geschichte mit euch zu teilen.
Sehr geehrter Herr Dr. Riedl,
einem tiefen Bedürfnis folgend, schreibe ich Ihnen, auch wenn mir natürlich bewusst ist, dass Sie sicherlich jede Menge Zuschriften erhalten.
Ich verfolge seit Jahren die „Ernährungs-Docs“ und bin immer wieder beeindruckt von den Erfolgen, die so viele Menschen mit Ihrer Unterstützung erreichen.
Ich ernähre mich gesund
Ich habe tatsächlich lange geglaubt, dass ich keine Probleme mit Gewicht und Stoffwechsel habe. Seit Jahren verzichte ich weitgehend auf hochverarbeitete Lebensmittel (ich nenne sie ‚Fertigscheiß‘), koche viel selbst und baue Gemüse usw. im eigenen Garten an.
Dennoch musste ich schmerzlich feststellen, dass ich etwas ganz Grundlegendes falsch gemacht habe.
Ich muss dazu anmerken, dass ich aufgrund einer langen, schweren Traumageschichte in der Kindheit (sex. Missbrauch, Gewalt, Folter usw…) und im Laufe einer inzwischen jahrelangen Psychotherapie erst langsam überhaupt in Kontakt zu meinem eigenen Körper komme und herausfinde, welche Bedürfnisse ich habe und was der Körper braucht und was er mir eigentlich sagen will.
Ergebnis der letzten Jahre war, dass ich, obwohl ich mich vernünftig ernährt habe, eher an Gewicht zugenommen habe und nicht wusste warum. Die Tatsache, dass mir immer wieder gesagt wird, dass man mir das Gewicht nicht ansieht, nutzte mir dabei leider wenig.
Selbst mein neuer Hausarzt meinte im Frühjahr mit Blick aufs Gewicht und auf mich überrascht zu mir, „98 kg, wo haben Sie die denn?“. Ich bin 1,76 m groß.
Dazu kamen körperliche Beschwerden in Folge einer alten Sportverletzung aus meiner Leistungssportzeit (ein Kreuzbandriss im Knie) und ein Lymphödem in den Beinen mit Dauerschmerzen. Die Blutwerte sind seit Jahren alle in Ordnung.
Ich habe das Problem gefunden
Der grundlegende Fehler wurde mir beim Anschauen einer Folge der ‚Ernährungs-Docs‘ mit einem Schlag bewusst. Da ging es um eine Frau, die im Verlauf von sechs Jahren 20 kg zugenommen hatte und sich das nicht erklären konnte. Die Auswertung des Ernährungsprotokolls ergab, dass sie viel zu wenig gegessen hatte und so den Stoffwechsel sozusagen ‚an die Wand gefahren hatte‘.
Das war es! Ich hatte das Problem gefunden. Das war im Sommer 2025. Ich weiß noch, wie frustriert ich war und wie ich heulend vor lauter Frust Fahrrad gefahren bin. Ich musste irgendwo hin mit diesem Frust.
Und dann habe ich alles umgekrempelt. Ich habe sehr viel gelesen, auch Ihre tollen Bücher! So habe ich nach und nach begriffen, dass Ernährung und Stoffwechsel sehr viel komplexer sind als ich immer dachte. Ich fing an mich mehr zu bewegen mit Kraftsport, um Muskulatur aufzubauen und den Grundumsatz zu steigern.
Ich habe auch etliche Folgen Ihres Podcasts mit Elisabeth Jessen angeschaut – Ein ganz wunderbares Format. Und dort hörte ich auch erstmals von der myFooddoctor-App.
Ich habe die App seit Oktober 2025 abonniert.
Jetzt esse ich anders und lerne meinen Körper neu kennen
Die Umstellung auf (noch) weniger Kohlenhydrate war unkompliziert für mich, ich esse mich in drei Mahlzeiten satt. Ich esse dabei tatsächlich deutlich mehr als früher, aber orientiere mich an den Richtwerten für Ballaststoffen, Eiweiß und Gemüse. Die App hilft mir sehr, das alles im Blick zu behalten und quasi schwarz auf weiß zu überprüfen, was ich nun schrittweise im Umgang mit meinem Körper lerne.
Zusätzlich tracke ich mit einer anderen App die Pflanzen, die ich esse, auch aus einem Impuls aus einem der Podcasts, 25 verschiedene Pflanzen in der Woche zu essen. Ich liege nun regelmäßig zwischen 50 und 60.
Im Ergebnis habe ich seit August 2025 bis jetzt 18 kg abgenommen, passe in eine heißgeliebte, sehr alte Jeans wieder rein und fühle mich sehr viel besser, fitter und klarer. Das Lymphödem ist weg, die Schmerzen in den Beinen sind weg. Das Knie mag nicht alles, was ich so tue, aber es ist brav und macht mit.
Ich lerne den Körper immer mehr kennen, und ich habe verstanden, dass der Körper nicht mein Feind ist, in Bezug auf die Traumatisierungen genauso wenig wie in Bezug auf Ernährung und Stoffwechsel. Der Körper tut, was er kann, um mich am Leben zu erhalten. Nicht mehr und nicht weniger. Und nun habe ich verstanden, dass der Körper und ich ein gutes Team sein können, wenn ich das zulasse.
Herr Dr. Riedl, ich möchte Ihnen an dieser Stelle ganz ausdrücklich danken, für Ihren unermüdlichen Einsatz für das Thema Ernährung in unserer Gesellschaft, für Ihre so engagierte, anschauliche Aufklärung in Ihren Büchern, im TV und all den anderen Formaten. Ihre Impulse machen Lust auf das Thema, Lust aufs Kochen.
Machen Sie weiter damit! Sie leisten Großartiges!
Anke Müller
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