Es gibt heute mehr Diabetiker als jemals zuvor, mehr Übergewicht und andere Folgeerkrankungen. Häufig leiden Betroffene nicht nur an der Krankheit selbst, sondern auch an dem sozialen Stigma, das damit zusammenhängt. Was wir brauchen, ist ein Ort, der Betroffenen die Chance gibt, miteinander in einem geschützten Rahmen an sich zu arbeiten.

In der aktuellen Folge des AOK Podcasts „Auf Herz und Ohren“ spricht Matthias Riedl mit Doc Caro und der Instagraminfluencerin Karoline, die in jungen Jahren bereits die Diagnose Diabetes Typ 2 erhalten hat. Sie sieht ihre Erkrankung als zweite Chance und hat auf Instagram den Ort gefunden, an dem sie ihren Diabetes verarbeiten kann.

Wir brauchen eine Community, in der Menschen, die an ernährungsbedingten Krankheiten leiden und ihr Leben verändern möchten, sich gegenseitig dabei unterstützen können. Wir brauchen eine Community, in der Diabetes und Übergewicht nicht stigmatisiert werden und in der wir gemeinsam eine gesündere Ernährung anstreben können. Diesen Ort gibt es jetzt: Die myFoodDoctor-Facebookgruppe.

Hier gehts zum Podcast: „Auf Herz und Ohren mit Doc Caro“

Das Stigma Diabetes: Bin ich selbst schuld?

Unsere Ernährung besteht aus den drei Grundbausteinen Proteinen, Fetten und Kohlenhydraten. Damit unser Körper so funktioniert, wie er soll, brauchen wir unter anderem alle drei dieser Grundbausteine. Oft ist eine unbewusste Ernährung in Deutschland aber sehr kohlenhydratlastig und damit im Ungleichgewicht. Das verursacht und fördert viele ernährungsbedingte Krankheiten wie Diabetes Typ 2, Übergewicht, Bluthochdruck und viele weitere Krankheitsbilder, die erst spät auftreten können.

Das Stigma „Du bist selbst schuld“ stimmt also bis zu einem gewissen Grad. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Es ist keineswegs so, dass nur der übermäßige und unbedachte Konsum von zu viel Zucker verantwortlich ist. Die Bauchspeicheldrüse reguliert den Blutzuckerspiegel über die Produktion und die Ausschüttung von Insulin. Wenn dieses System überfordert wird, muss die Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin produzieren, bis sie unter dieser Belastung schließlich zusammenbricht. Das ist die Ursache für Diabetes Typ 2.

Eltern geben genetische Veranlagungen an ihre Kinder weiter. Das umfasst auch die Neigung zu Übergewicht und Diabetes.

Die Gene bestimmen das Erkrankungsrisiko mit

Wie gut die Bauchspeicheldrüse aber mit der Überforderung umgehen kann, ist eine Frage der Genetik. Die Neigung, einen Diabetes zu entwickeln, muss bereits in den Genen der Familie verankert sein. Je nachdem, wie stark diese Neigung ausgeprägt ist, haben Fehler in der Ernährung und der Lebensweise dann einen unterschiedlichen Einfluss darauf, ob Diabetes nun entwickelt wird oder nicht. Ähnlich wirken die Erbanlagen auch bei Übergewicht und anderen Indikationen.

Zu den genetischen Einflüssen zählt auch die Epigenetik, eine fantastische Eigenschaft der Evolution. Sie sorgt dafür, dass die nächste Generation besser auf Situationen vorbereitet ist, die die Elterngeneration erfahren haben. Ganz konkret bedeutet das aber auch, dass das Übergewicht einer Mutter die Wahrscheinlichkeit erhöht, diese Veranlagung auch an ihr Kind weiterzugeben und so das Risiko für einen Typ-2-Diabetes oder für Übergewicht zu steigern.

Die Medizin macht zu viele Fehler

Die gute Nachricht ist: Viele Krankheiten, die wir uns durch eine falsche Ernährung zuziehen, sind durch eine gute Ernährung auch wieder heilbar beziehungsweise behandelbar, weil falsche Ernährung ja auch die Ursache für ihre Entstehung war. Allerdings wird ein Viertel aller Typ-2-Diabetiker immer noch primär mit Insulin behandelt. Das ist ein klarer Kunstfehler, denn Insulin versetzt den Körper in den Fettaufbaumodus. Das führt dann zu noch mehr Gewicht, das wiederum Hormone freisetzt, die das gespritzte Insulin hemmen.

Dasselbe gilt für Übergewicht und oft auch für Bluthochdruck und verschiedene Entzündungskrankheiten. Wie Typ-2-Diabetes sollten sie in erster Linie durch eine Lebensstiländerung behandelt werden.

Gesundes Essen ist wichtiger als Sport

Das richtige Essen und gute Ernährungsgewohnheiten haben einen signifikant größeren Einfluss auf das Körpergewicht als Sport.

Eine gesunde Ernährung ist wichtiger als Sport

Beim Diabetes heißt das: Weniger hochverarbeitete Kohlenhydrate, mehr ballaststoffreiches Gemüse und für die Sättigung und den Muskelaufbau ausreichend Proteine. Sport ist auch wichtig, aber die Ernährung steht an erster Stelle. Eine falsche Ernährung kann alle sportlichen Bemühungen schnell zunichte machen. Wenn das nicht ausreicht, sollte ein Arzt im zweiten Schritt die modernen Diabetesmedikamente verschreiben, die bei der Gewichtsreduktion helfen. Und erst wenn diese Möglichkeit ausgeschöpft ist, sollte Insulin infrage kommen. Leider ist das oft noch nicht der Fall.

Eine umfassende Änderung der eigenen Lebensgewohnheiten kann also schon eine Menge bewirken. Nicht alles kann über einen gesunden Lebensstil sofort geheilt werden, aber immer sorgen Fortschritte in der Ernährung für ein besseres Wohlbefinden und für eine Linderung der Symptome. Und sie bereitet den Weg für die Anwendung medizinischer Methoden, die bei einem schlecht ernährten Körper deutlich risikoreicher oder sogar unmöglich wären.

Wir müssen uns gegenseitig dabei unterstützen

Die eigenen Lebensgewohnheiten zu ändern ist eine Mammutaufgabe und kann schnell sehr einschüchternd wirken. Erst recht, wenn Übergewicht im Spiel ist und das gesellschaftliche Stigma im Raum steht: Du bist ja selbst schuld. Dieses Fingerpointing führt dann schnell dazu, dass Betroffene aufgeben und sich zurückziehen.

Darum ist es so wichtig, eine Community zu schaffen, einen sicheren Raum, in dem Menschen sich gegenseitig darin unterstützen, ihre Gewohnheiten in den Griff zu bekommen. Man kann das Pech haben, mit schlechten Genen geboren worden zu sein. Aber wer einmal begriffen hat, dass der Verlauf der eigenen Krankheit hauptsächlich von ihm oder ihr selbst abhängt, kann lernen, mit ihr umzugehen und sie besiegen. Aber diese Last muss niemand allein tragen.

Die Facebookgruppe der myFoodDoctor-App

So eine Community bietet die MyFoodDoctor-App. In der exklusiven Facebookgruppe könnt ihr euch austauschen und gegenseitig ermutigen. Wer verstanden wird und weiß, dass er nicht allein ist, der hat in der Regel auch größeren Erfolg.

Wenn du Mitglied dieser Gruppe sein möchtest, dann schick uns eine Mail an community@myfooddoctor.de mit der Antwort auf die Frage:

Wie viel Obst und Gemüse solltest du pro Tag essen?

Die Antwort findest du in der Wissensbox in der App.

Arbeite gemeinsam mit anderen Leidensgenossen an deinen Ernährungsgewohnheiten!

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